Ist das CO2 unter der Alttagsmaske gesundheitsschädlich?

Unter der reißerischen Schlagzeile Versuchsreihe für „Österreich ist frei“ Sachverständiger beweist live: CO2-Werte unter Masken gesundheitsschädlich behauptet der Wochenblick, dass unter drei verschiedenen Masken der CO2-Gehalt zwischen 3 und 5% liegt und gesundheitsschädliche Grenzwerte überschritten werden.

Die Werte wurden gerichtlich beeideten Sachverständigen Ing. Dr. Helmut Traindl gemessen.

Diese Behauptung, insbesondere die Gesundheitsgefährdung, wollen wir prüfen. Dabei gehe ich über die Übertreibungen im Artikel bewusst hinweg, da sich schon vorher als haltlos erweisen werden.

Abstrakt

Kurzfassung:
Eine Maske ist weniger gesundheitsschädlich als Schnorcheln.

In einem einstündigen Selbstversuch mit einer zweilagigen Maske ließ sich nicht nachweisen, dass der Blutsauerstoffgehalt durch Tragen der Maske sinkt.

Was ist an der Behauptung dran?

Um dies zu beantworten, müssen wir zwei Dinge unterscheiden: Die Messwerte und die Feststellung der Gesundheitsschädlichkeit.

Zuerst betrachten wir die Frage: Sind die Messwerte plausibel?

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Kerze ausblasen – mit und ohne Maske

Da oft behauptet wird, Masken würden gar nicht gegen COVID-19 helfen, hier ein kleines Video. Tatsächlich lässt sich eine Kerze mit Maske ausblasen. Allerdings muss die Distanz zwischen Maske und Kerze recht klein sein.

Nun darf sich jeder ausrechnen, wie weit Tröpfchen und Aerosole durch eine Maske geschleudert werden.

COVID-19: Das tägliche Auf und Ab

Zwei Nachrichten stehen zur Zeit zur Auswahl: „Gestern stieg die Zahl der Fälle wieder (gegenüber dem Vortag)“ oder „Gestern sank die Zahl der Fälle wieder“. Sonderlich sinnvoll sind diese Vergleiche nicht. Die Zahl der Erkrankten und Gestorbenen ist nicht über die Wochentage gleich verteilt.

  Mo Di Mi Do Fr Sa So
Erkrankt 11,50 % 12,50 % 16,20 % 17,40 % 18,40 % 12,90 % 11,10 %
Gestorben 14,21 % 12,82 % 22,94 % 17,40 % 14,43 % 8,20 % 10,00 %

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COVID-19: Vergleich Testungen mit Neuinfizierten

Das RKI hat einen neuen Wochenbericht zu den Testungen herausgegeben. Daher habe ich meine Daten aktualisiert und um die Zahl der Neu-Infizierten pro Woche erweitert. Für diese Zahlen habe ich nicht das RKI al Quelle genutzt, sondern die Tabellen der John Hopkins University auf GitHub.

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COVID-19: Steigt die Zahl der Infizierten wirklich?

Um die Antwort vorwegzunehmen: Ja!

Das RKI veröffentlicht die wöchentlichen Testungen und die positiven Ergebnisse zu SARS-CoV-2, COVID-19 oder Corona seit der 10. Kalenderwoche 2020. Die Zahlen habe ich in der unten abgebildete Tabelle zusammengetragen und um die von mir geschätzte Prävalenz (der Anteil der wirklich Infizierten unter den Getesteten) erweitert.

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Reduces Hydroxychloroquine the mortality?

In an issue of the International Journal of Infectious Diseases, Arshad et. al [1] „Treatment with Hydroxychloroquine, Azithromycin, and Combination in Patients Hospitalized with COVID-19“ calimed that Hydroxychloroquine was associated with reduction in COVID-19 associated mortality. Naturally the journalists jumped on the story withpout proper proofing the data and hypothesis. The conclusion is to pretty for fans of President Trump and Fox News. But is the conclusion right. „Reduces Hydroxychloroquine the mortality?“ weiterlesen

  1. [1]Samia Arshad, Paul Kilgore, Zohra S. Chaudhry, Gordon Jacobsen, Dee Dee Wang, Kylie Huitsing, Indira Brar, George J. Alangaden ,Mayur S. Ramesh, John E. McKinnon, William O’Neill, Marcus Zervos, Henry Ford COVID-19: Task ForceTreatment with Hydroxychloroquine, Azithromycin, and Combination in Patients Hospitalized with COVID-19
    Open AccessPublished: July 01, 2020 DOI: https://doi.org/10.1016/j.ijid.2020.06.099

COVID-19

Das Sars-CoV-2 hält seit Wochen die Welt in Atem – und wird es noch eine Weile tun. In den letzten Tagen habe ich die Fallzahlen verfolgt. Die Gesamtstatistik für Deutschland führt das Robert-Koch-Institut (RKI). Dies Zahlen hinken allerdings stark hindert der Zeit her. Aus NRW wurden sie teilweise über mehrere Tage nicht aktualisiert. Auch fasst das RKI die Zahlen auf der Ebene Bundesland zusammen. Eine Statistik nach Städten und Kreisen gibt es nur bei den Ländern.

Die Daten der Bundesländer haben allerdings sehr unterschiedliche Qualität und Formate. Eine einheitliche Quelle habe ich bisher nicht gefunden. Deshalb habe ich ein paar Scripte geschrieben, die die Web-Seiten herunterladen und die Daten extrahieren.

Die Scripte habe ich auf / covid-19-data-collector veröffentlicht. Im dortigen Verzeichnis /data sind die gesammelten Daten als .CSV gespeichert.

  • Robert-Koch-Institut (RKI)
  • Bayern
    • Kreise (BYK)
    • Regierungsbezierke (BYR)
  • Hessen (HES)
  • Niedersachsen (NIE)
  • Nordrhein-Westfalen (NRW)
  • Südwesten (SW)
    • Baden-Würtemberg und
    • Rheinland-Pfalz

Weltweite Zusammenfassungen gibt es in GitHub:

 

Reinigt ein moderner Diesel die Luft?

Screenshot auf der ARD-Mediathek

Die Zahlen im obigen Screenshot aus dem plusminus Beitrag „Debatte um den Feinstaub“ sind recht auffällig. Je zwei mal zwei unterschiedlichen Versuche und der Diesel blässt auf ein Partikel genau die gleiche Menge Feinstaub zum Auspuff hinaus. Gemessen wurden Euro-6 Diesel.

Schauen wir uns die zwei Linken Balken an. Der ganz Linke Balken zeigt eine Kurzstreckenfahrt über 3 Kilometer bei eine Umweltbelastung von exakt 10.000 Partikel pro ccm. Daneben der Balken bei einer Belastung von 50.000 Partikel pro ccm. Rechts die Messergebnisse für eine entsprechende Langstreckenfahrt über 300 km zum Vergleich.

Egal, ob 10.000 Partikel pro ccm oder 50.000 Partikel pro ccm vorne in den Moter reingehen, immer kommen bei der Kurzstreckenfahrt 6422 Partikel pro ccm hinten raus. Um bei der Langstreckenfahrt sind es 15.513 Partikel pro ccm raus.

Schauen wir die linke Seite an. Trotz höherer Verschmutzung hat der Filter den gleichen absoluten Wirkungsgrad hat. Je dreckiger, desto höher der relative Wirkungsgrad.

Für die linken Balken mag es eine Erklärung geben, die mir auf den ersten und zweiten Blick nicht einfällt. Bei den Langstreckenfahrten erschließt sich mir die Logik nun gar nicht. Obwohl der Motor jetzt dreckigere Luft ausstößt, kann ich die Ansaugluft noch dreckiger machen, das Ergebnis bleibt gleich, es werden immer nur 15.513 Partikel pro ccm ausgestoßen. Die höhere Eingangsbelastung von 40.000 Partikeln pro ccm wird vollständig ausǵefiltert. Warum funktioniert es nicht bei den ersten 10.000 Partikeln? Warum ist der relative Wirkungsgrad bei niedriger Eingangsbelastung so gering?

Eine Partikel-genaue Messung ist sehr fragwürdig. Solche identischen Messwerte ohne jegliche Streuung wecken mein Misstrauen. Im Moment habe ich nur zwei Hypothesen für die Ergebnisse: Entweder hat da jemand etwas nicht verstanden oder schlecht manipuliert.

Kann nun ein moderner Diesel die Luft bei Feinstaubbelastung reinigen? Nur wenn er drei Kilometer oder weniger fährt. Bei Langstrecke erhöht der Diesel die Luftverschmutzung.

Diesel raus aus der Garage um die Luft zu reinigen? Aufgrund er Messergebnisse: Ja, aber nur für 3 Kilometer.

Helfen wird es aber nicht, weil der Diesel nur einen Bruchteil der Luft reinigen wird. Das senkt die Verschmutzung höchstens im Promillebereich, weil der Motor nicht genug Luft verbraucht um eine signifikante Reinigungsleistung zu erzielen. Außerdem wäre es eine sehr teure Reinigung.
Eine ganz extrem grobe Überschlagsrechnung.

Dass die Luft am Ende weniger Schadstoffe enthält, als die angesaugte Luft ist nicht überraschend. Sollte ein Filter mit hohem Wirkungsgrad können. Die meisten Schadstoffe produziert die Verbrennung om Motor. Nehmen wir einfach an, dass der Filter 100% schafft. – Was er wie oben gesehen nicht schafft. Aber wir nehmen es einfach an. Euro 7+ eben.

Ein 2 Liter 4-Takt Diesel zieht mit jeder Umdrehung einen halben Liter Luft an. Im Stand, bei 600 Umdrehungen pro Minute (rpm) würde er also 300 Liter Luft filtern. (Mit Turbos mehr, nur wozu sollte er im Stand die Turbos einsetzen).

In Fahrt 60 km/h und etwa 1.200 (rpm) sind es etwa ein halber Kubikmeter pro Minute. Einer Minute fährt er einen Kilometer. Bei zwei Meter Breite und 1.5 Meter Höhe durch fährt er 3.000 Kubikmeter Luft, von denen er einen halben Kubikmeter reinigt. Nimmt man die 5 Meter Straßenbreite inklusive Fußweg und die Luft bis 5 Meter Höhe, sieht die Bilanz noch schlechter aus. 25.000 Kubikmeter wären zu reinigen.

Bei 5 Meter Fahrzeuglänge und 30 Meter Sicherheitsabstand hat die Strecke eine Kapazität von 30 Autos, die nicht mal ein Tausendstel der Luft filtern würden.

Fazit: Die Reinigungsleistung ist nicht der Rede wert.

BTW: Testwagen mit Kennzeichen WOB für Wolfsburg deuten darauf hin, dass VW die Messungen gesponsort hat.

Quelle: ARD-Mediathek – plusminus: „Debatte um Feinstaub: Comeback für den Diesel2 vom 25.09.2019